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Otl Aicher und das Designkonzept für die Olympischen Spiele 1972 in München
Otl Aicher (1922-1991) zählt zu den erfolgreichsten Gestaltern der Bundesrepublik. Zusammen mit seiner Frau Inge Aicher-Scholl und Max Bill gründete Aicher nach dem zweiten Weltkrieg die Hochschule für Gestaltung Ulm (1953-1968), deren Leiter er auch zeitweise war.
In den 50er und 60er Jahren wirkte Aicher wesentlich daran mit, dass sich Unternehmen wie die Lufthansa an neuen ästhetischen Leitbildern orientierten und damit über die Grenzen der Bundesrepublik hinaus gestalterische Impulse setzten.
Die Olympischen Spiele von 1972 in München sind ein herausragendes Beispiel für diese Designplanung.
Die ‚Einheit in der Vielfalt' wurde zum Schlüsselprinzip des visuellen Erscheinungsbildes der Spiele. Aicher und sein Team reduzierten die Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten, indem sie drei grundlegende Gestaltungselemente definierten: Farbe, Schrift und Symbole.
Ein charakteristisches Merkmal von Großveranstaltungen sind die Dichte und die Verschiedenartigkeit der Informationen. Dies verlangte schnell erfassbare Inhalte, deren formale Darstellung weitgehend unabhängig von sprachlicher und kultureller Interpretation bleibt. Deshalb wurde eine bildhafte Darstellungsweise bevorzugt und sogenannte Piktogramme entwickelt, die die Kommunikation zwischen einem vielsprachigen und multikulturellen Publikum regeln sollten.
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