Ihr Browser unterstützt keine Formatvorlagen (CSS).
Dadurch werden Schriftarten und -größen nicht korrekt wiedergegeben!

Besuchen Sie uns in Halle A1 auf der Neuen Messe München vom 16. bis 22. März 2006


Exempla 2006 - Das Handwerk im Dienste der kulinarischen Genüsse


Um gut essen und trinken zu können, hat sich die Menschheit vieles einfallen lassen. Der Hunger hat die Menschen erfinderisch gemacht. Um bessere Nahrung erjagen zu können, brauchten die Urmenschen Geräte und Waffen, auch zum Betreiben der Landwirtschaft mussten Werkzeuge und später Maschinen erfunden werden. Schließlich richteten sich die Energien auf die Zubereitung von Essen, dann von Getränken. Zum Kochen oder Braten oder Grillen bedurfte es zweckmäßiger Geräte. Schließlich kam die Tischkultur dazu und führte zu stilvollem Speisen. Dazu möchte unsere Ausstellung verführen.

Das Thema Essen und Trinken und die damit verbundene Kultur der Geräte, Behältnisse und Maschinen sind hoch aktuell. Das Handwerk leistet für diese Dinge einen großen Beitrag. Durch seine individuelle Kreativität kommt es zu erstaunlichen und wichtigen Ergebnissen, die kulinarische Höchstleistungen erst ermöglichen. Die Exempla möchte aufzeigen, wie vielfältig und auf welch hohem Qualitätsniveau sich das Handwerk in den Dienst der kulinarischen Genüsse stellt.

So gibt es zur kultivierten Herstellung und für den Genuss von Getränken eine Vielzahl von Beispielen, bei denen auch heute noch handwerklich hergestellte Gerätschaften unabdinglich sind. Die Anfertigung von Fässern für Bier, Schnaps oder Wein gehört zu diesen Dingen, aber auch die großen nach wie vor in Handarbeit durch Kupferschmiede gefertigten Destilliergerätschaften oder Brauereitanks. Und natürlich nicht zuletzt die Handwerksberufe des Brauers, des Mälzers und des Weinküfers. In der Exempla 2006 werden ein Brauer der Brauerei Gutmann wie zwei Schüler der Berufsfachschule für Obst- und Weinbau in Mainz die Besucher über die Herstellung von Wein und Bier aufklären. Der Büttner Andreas Assmann wird in einer lebenden Werkstatt die Herstellung von Holzfässern vorführen. Die beeindruckenden Destillierapparate der Firma Holstein aus Markdorf am Bodensee dienen der Herstellung von Spirituosen aller Art und werden weltweit von Norwegen bis nach Neuseeland geliefert. Neueste, handgefertigte Katalysatoren aus Kupfer sorgen für besondere Qualität.

Die Kultur des Trinkens drückt sich seit Jahrhunderten auch in einer hochdifferenzierten Verwendung von Gläsern aus. Erst trank man aus Muschelschalen, Kokosnussschalen u.ä., später kamen Tontöpfe, Keramikpokale aller Größen und Formen, Tonbecher und -krüge, auch Holzbecher hinzu. Seit dem 1. Jh. n. Chr. aber verbreitete sich das Trinkglas, mittlerweile gibt es fast für jede Art alkoholischen Getränks eine bestimmte Form und in der Exempla werden herausragende Beispiele hierzu zu sehen sein. Die Traditionsfirma J. + L. Lobmeyr steht beispielhaft für die Anfertigung von erlesenen Trinkgläsern nach Entwürfen von berühmten Designern. Ein Glasgravurmeister der Wiener Firma wird in der Exempla das Gravieren von Gläsern mit Kupferschleifrädern demonstrieren. Der ebenfalls aus Österreich stammende Glasbläser Josef Salvenmoser bläst seine skurrilen Gebrauchsgläser, die durch Humor und Witz gekennzeichnet sind, vor der Lampe.

Die Kultur des Trinkens hat im Tee eine besondere Ausprägung gefunden. Bezeichnenderweise hat der Genuss des Getränks in den unterschiedlichsten Ländern eine Vielzahl fast ritueller Gerätschaften entwickelt. Die früheste Erwähnung von Tee findet sich etwa 350 v. Chr. in China, im 8. Jh. gelangt er nach Japan, im 17. Jahrhundert nach Europa. Wie der Kaffee hat auch der Tee, von China ausgehend, der Porzellan- und Keramikkunst und dann der Industrie gewaltigen Auftrieb gegeben. Die Exempla 2006 möchte das Thema Tee in anschaulicher und für das Publikum in erlebbarer Weise darstellen. Eine koreanische Teezeremonie mit koreanischer Teekeramik aus der keramischen Werkstatt von Young-Jae Lee führt dies vor Augen, die Teekannen und -schälchen von Kathi Jünger aus Laufen zeigen eine europäische Variante des Themas.

Der Kultur des Trinkens steht die Kultur des Essens gegenüber. Keimzelle dieser Kunst ist die Küche. Die Exempla 2006 wird beispielhafte Gestaltungen für Küchenmöbel zeigen. Dabei werden keine Komplettküchen, sondern Individualmöbel gezeigt. Hier kommt das Schreinerhandwerk, aber auch der Steinmetz zum Einsatz. Die Schreinerwerkstatt Gregor Sommer aus Koblenz, die Wiedemann Werkstätten aus Hochstädt und die Steinmetzfirma Steininger aus München zeigen Individuallösungen, die ein Hochgenuss fürs Auge und außerdem sehr funktional sind: Küchenblock, Kochtische, Steinspülen und Speisekammern.

Der Handwerksberuf des Ofenbauers ist wesentlich für die Kultur des Backens. In der Exempla wird der mehrfach ausgezeichnete Bäcker Anton Gürtner in einem Ofen der Firma Heuft Brot, Semmeln und Brezen backen. Heuft ist der älteste Ofenbauer Deutschlands, der bereits seit 1840 Bäckereien mit Öfen versorgt. Die neueste Entwicklung von Heuft, ein Thermo-Roll-Ofen wird in der Exempla präsentiert. Der Mühlenbauer gehört ebenfalls in diese Reihe, der Mühlenbauer Braunwarth aus Überlingen wird seine Zentrofanmühlen zum Mahlen von Vollkornmehl ausstellen.

Geschmiedete oder gusseiserne Kochgeräte werden in aller Regel nicht mehr vom Handwerk hergestellt. Dennoch gibt es Spezialisten im Kunsthandwerk, die sich dieser Aufgabe mit großer Leidenschaft widmen. Zu ihnen zählen die Nürnberger Silberschmiede wie Berthold Hoffmann und Matthias Lehr. In einer lebenden Werkstatt werden Modelle von Kochgefäßen entwickelt und diese auch im Gebrauch vorgeführt.

Handwerklich hergestelltes Gebrauchsgeschirr kommt dem Bedürfnis nach Individualität in besonderem Maße nach. Dies spiegelt sich im Erfolg von Keramikwerkstätten wider, die sich auf diese Nische spezialisiert haben. In der Exempla werden die Geschirre von Keramikern aus Deutschland, Frankreich und Japan zu sehen sein und die große Bandbreite an unterschiedlichen Gestaltungsvorstellungen vor Augen führen. Ergänzt wird dieser Beitrag durch die Dresdener Keramikerin Sigrid Hilpert-Artes. Sie fertigt keramische Tafeldekorationen auf höchst eigenwillige und poetische Art. Ihre Fisch- und Fabelwesen, ihre Meerjungfrauen und Tänzerinnen, erinnern an Tausendundeine Nacht, an barocke Festgelage und heitere Stimmung.
Ein Exkurs nach Südafrika wird exotische Koch- und Vorratsgefäße in ihrer klassischen Formenvielfalt und Schönheit vorstellen. Bierbehältnisse mit geflochtenen Deckeln aus Telefondrähten, aus Gras geflochtene Vorratsbehälter, Tontöpfe werden zu sehen sein, zwei afrikanische Flechterinnen demonstrieren in einer lebenden Werkstatt ihre Flechtkünste.

Die asiatische Küche liegt seit Jahren voll im Trend. Faszinierend an der japanischen Küche ist nicht nur das Essen an sich, sondern auch die Ästhetik der Zubereitung und die Verwendung der Geräte wie Messer, Stapeldosen, Dämpftöpfe, Siebe, Kellen und Essstäbchen. Ein berühmter japanischer Messerschmied, Shigefusa Izuka, wird in der Exempla demonstrieren, wie seine Messer geschliffen werden.

Zur Festtagstafel gehört auch Tischwäsche aus Leinen und feinem Damast. Schon in der römischen Kaiserzeit gab es gestickte Tischtücher, Servietten und Schweißtücher und bis heute hat Tischwäsche große Aktualität. In wenigen europäischen Werkstätten werden diese Textilien noch in handwerklicher Produktion gefertigt. Die Exempla zeigt hier Beispiele aus Dänemark, Schweden und dem Bayerischen Wald, wo solche Traditionen noch gepflegt werden. Während Monika Holler aus dem Bayerischen Wald ihre Künste in traditioneller Weise am Webstuhl demonstriert, wird Gunnel Mårtensson aus Schweden den Besuchern erklären, wie sie ihre Entwürfe für Tischwäsche aus Damast am Computer entwickelt.

Optischer Mittelpunkt der Exempla 2006 soll ein 70 qm umfassender, acht Meter hoher, überdachter Pavillon werden. Gebaut werden diese leichten Architekturen von dem Schondorfer Schreiner und Bühnenbildbauer Erwin Kloker. Seine Pavillons dienen festlichen Veranstaltungen wie Hochzeiten und anderen Feierlichkeiten im Freien, um ihnen den entsprechenden Rahmen zu verleihen. Gerahmt wird dieser Pavillon von Beiträgen zum Thema "Kochen im Freien". Der Beitrag in der Exempla wird verschiedene Grills, große Kochtöpfe und Kasserollen fürs offene Feuer und einen Pizzabackofen umfassen. Das Exempla-Fest im Pavillon kann beginnen.