Exempla 2011 - Werkstätten der Zukunft

Ziel der Exempla 2011 - "Werkstätten der Zukunft" ist es, besonders innovativen und zukunftsorientierten Bereichen des Handwerks eine Plattform zu geben. Vorgestellt werden technologieorientierte Handwerksberufe, aber auch innovative Gestalterpersönlichkeiten, die mit ihren Konzepten und Erfolgsstrategien erfolgreich sind. Innovative Impulse werden auch durch traditionelle Techniken im Architekturbereich gesetzt. Das Handwerk soll in seinen modernsten Facetten gezeigt werden. Dabei kann das Handwerk Dienstleister für die Industrie sein, neue Entwicklungsmethoden und Produkte vorstellen, Designerentwürfe umsetzen, oder eine zukunftsorientierte Ausbildung ermöglichen.

Technische Innovationen und Verfahren, neue Materialien, avantgardistische gestalterische Ansätze, wie auch aktuelle Themenkreise wie beispielsweise Kommunikation, Werbung und Freizeitgestaltung werden in der Exempla 2011 präsentiert. Vom Modell- und Formenbauer über programmierte Medienfassaden, dem Bau von Roboterelementen, bis hin zur Umsetzung von Entwürfen berühmter Designer in Metall oder auch Kunststoff reicht das Spektrum der Sonderschau, zu der Aussteller aus elf Ländern eingeladen sind.

Die Grundlagen für die Arbeit mit dem Computer sind in den technischen Handwerken wie dem Werkzeug- und Formenbau bereits vor Jahrzehnten gelegt worden. In einem Bereich der Exempla werden diese Handwerksberufe zu Wort kommen.

Der Einsatz des Computers wird auch in der Gestaltung zusehends wichtiger. Ein Anliegen der Exempla 2011 ist es darzustellen, dass Gestaltung und Gestaltungsprozesse sich den technologischen Entwicklungen nicht verschließen, sondern sie adaptieren und dabei zu einer oftmals neuen Formensprache finden. Die Auswirkungen auf das Kunsthandwerk werden an Beispielen aus den Gewerken Schmuck, Keramik, Glas, Kunststoff, Holz und Textil dargestellt.

Beispiele international erfolgreicher Kunsthandwerker dokumentieren, wie bei der klassischen Bearbeitung eines Materials durch die meisterhafte Beherrschung von Techniken zeitgemäße Lösungen gefunden werden, und wie es mit zum Teil völlig unkonventionellen Verfahren und durch spezielle Formgebung gelingt, eine moderne und in unserer Zeit absolut verankerte Formensprache zu entwickeln.
Heute ist die Arbeit mit dem Werkzeug "Computer" bereits an vielen internationalen und deutschen Gestaltungsschulen Teil des Unterrichtsprogramms. Der Computer dient dabei zum einen als Entwurfshilfe und Entwurfsmedium, zum anderen wird er in den Herstellungsprozess einbezogen. Die Gestalter entwickeln zum Teil Computerprogramme oder arbeiten eng mit Softwareentwicklern zusammen, um die Grundlagen für ihre Entwürfe zu schaffen. Mit diesen Programmen können sie Formen generieren, Zeichnungen anfertigen, Fotos bearbeiten oder verfremden, die anschließend direkt aufgedruckt oder als Abziehbilder aufgebracht werden.

Ein großer Bereich der digitalen Prozessanwendung ist das Textil. Computergesteuerte Webstühle sind die Vorläufer einer digitalen Herstellungsweise, die seit vielen Jahrzehnten erprobt und angewandt wurde. An fast allen bedeutenden Gestaltungsschulen in Europa werden vom Entwurf bis zur Endproduktion digitale Werkzeuge eingesetzt. Am Beispiel des Central Saint Martins College of Art and Design werden experimentelle Wege in der Ausbildung dargestellt, die sich aber auch auf inhaltlich neue Themen beziehen. In der Klasse "Textile Futures" dieses Colleges arbeiten Studierende sowohl am klassischen Textilrepertoir, als auch an nachhaltigen Biokunststoffen für Regenbekleidung oder an Fassadendekorationen, die auf Luftverschmutzung reagieren.

Erfolgsstrategien sind häufig mit eindrücklichen und einprägsamen Bildern verknüpft. Deshalb soll in der Exempla 2011 auch die Arbeit des Fotografen, der die Dinge richtig in Szene zu setzen und zu inszenieren vermag, vorgestellt werden.


PfeilZur Startseite   Diese Seite DruckenDiese Seite drucken